Bei den Karten wird‘s bunter!

Ab nächster Saison gibt es neue Regeln und das sagt unser Trainer Sven Holz dazu!:‘ 🙂

Bei den Karten wird‘s bunter!

Steinfurt/Ochtrup – Welcher Handballfan kennt das nicht? Da wird ein Angreifer gefoult, schreit, wälzt sich, lässt sich minutenlang behandeln – steht dann wieder auf und ist so fit, dass er nicht auf die Bank geht, sondern gleich wieder mitmischt. Das hat in der neuen Saison ein Ende.

Der Deutsche Handballbund hat etliche Regeländerungen eingeführt, die ab dem 1. Juli gültig sind, und die durchaus als kleine Regel-Revolution zu werten sind. So muss beispielsweise der auf dem Feld Behandelte den nächsten drei Angriffen seiner Mannschaft von der Bank aus zusehen, muss der für den Torwart eingewechselte siebte Feldspieler kein andersfarbiges Leibchen tragen, muss bei angezeigtem Zeitspiel nach spätestens sechs Pässen der Torwurf folgen, muss der Schiedsrichter nach einer Roten Karte mit Sonderbericht noch eine Blaue zeigen. Und schließlich gelten die speziellen Regeln in Sachen Foul/Unsportlichkeit nur noch für die letzten 30 Sekunden statt wie bisher für die letzte Minute.

Für das Kampfgericht, das ohnehin schon gut zu tun hat, wird es gleichwohl etwas stressiger: Es muss nach einer Verletzungsbehandlung nun auch die Angriffe zählen und anzeigen, wann der Spieler wieder aufs Feld darf.

Zwangsweise als Versuchskaninchen fungiert die DHB-Nationalmannschaft – bei den Olympischen Spielen in Rio gelten die Regeln erstmals. Und sorgten bei Bundestrainer Sigurdsson bereits für großen Unmut.

Und was sagen die Trainer in unseren Breiten zu den Neuerungen? Die Westfälischen Nachrichten und das Ochtruper Tageblatt befragten Sven Holz von Arminia Ochtrupund Stefan Nocke vom Turnerbund Burgsteinfurt.

Sven Holz zur Blauen Karte: „Das gibt ein nettes Kartenspiel, aber für Trainer und Schiedsrichter ist das gut, weil nun klar ist, dass es einen Bericht gibt.“ Mit der Zeitspielneuerung ist Holz nicht so ganz zufrieden, denn „jeder Gegner kann zählen, aber Zeitspiel ist so oder so eine kritische Sache.“ Hinsichtlich der Neuerung in Bezug auf die letzte Spielminute meint der Ochtruper Coach, dass er „so ein Foul sowieso nie beauftragen“ würde. „Diese Regel finde ich positiv.“ Beim siebten Feldspieler ohne Leibchen glaubt Holz, dass das in den unteren Ligen eh nicht zum Tragen kommen wird: „Ist ne schöne Variante, muss sich aber erst in der Prayis beweisen.“

Stephan Nocke hält die Änderungen „tendenziell alle für eine gute Sache“. Vor allem begrüßt Nocke, dass es beim Zeitspiel – „war ja immer Ermessenssache der Schiedsrichter“ – endlich eine feste Regel gibt. „Da kann man sich drauf einstellen. Was den siebten Feldspieler betrifft, denke ich, dass in den unteren Klassen vielen die technischen Fertigkeiten dafür fehlen. Selbst in der Verbandsliga habe ich das noch nicht erlebt.“ Und bei der neuen Blauen Karte wisse man nun endlich, „wo wir dran sind.“ Insgesamt, und das findet Nocke gut, werde das Spiel schneller, Trainer, Spieler und Schiedsrichter müssten sich aber erst noch darauf einstellen.

 

Bericht: Marc Brenzel

Foto: Thomas Strack

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