Mit viel Fingerspitzengefühl

Unser Physio Simon Dziuk im Interview mit der Zeitung 😉
Hier der Bericht:

Mit viel Fingerspitzengefühl!!

In ungewöhnlicher Doppelfunktion ist Arminia Ochtrups Simon Dziuk unterwegs. Der Fußballer des A-Ligisten widmet sich nicht nur der Kickerei, sondern knetet in seiner Funktion als Physiotherapeut auch die Muskeln der SCA-Handballer durch.

„Handballer weinen nicht, sie schwitzen aus den Augen.“ Diesen lockeren Spruch aus der Handballszene kann Simon Dziuk nur bestätigen. „Die Jungs sind schon ganz schön hart im Nehmen“, betont der 25-Jährige. Unkommentiert lässt er allerdings die These „Wenn Handball einfach wäre, würde es Fußball heißen“. Dziuk weiß schließlich wovon er spricht: Bei den Handballern von Arminia Ochtrup ist er als Physiotherapeut tätig, bei den Fußballern als aktiver Kicker. Eben in einer Doppelfunktion, in der sich alles um das runde Leder dreht – egal, in welcher Größe.

Der 25-jährige Töpferstädter durchlief von den Minis bis zu den Senioren alle Altersklassen bei den SCA-Kickern. Dabei machte er als zweikampf- und kopfballstarker Innenverteidiger auf sich aufmerksam. Handball hat der Fan von Borussia Dortmund übrigens nie gespielt: „Wenn ich dann doch mal sollte, dann wahrscheinlich als Kreisläufer. Ich glaube, die Position würde mir am ehesten liegen.“

Aber erstmal stehen für Dziuk nicht die Bälle, sondern die Muskeln im Vordergrund. Daher hat er seine aktive Laufbahn auch unterbrochen. „Ich konzentriere mich momentan auf meinen Job als Physio, aber zur Rückrunde würde ich gerne wieder auf dem Fußballplatz stehen“, so der Ur-Armine.

Dziuks Vakanz auf dem grünen Rasen nutze Raphael Woltering, Torjäger der Handball-Arminen, um seinem Kumpel die „Stelle“ als Physiotherapeut bei den Hallensportlern schmackhaft zu machen. Für Dziuk eine prima Gelegenheit, zusätzliche Berufserfahrung zu sammeln und weiterhin dem Sport – wenn auch in anderer Rolle – verbunden zu bleiben. „Ich war sofort angetan von der Idee. Die Handballjungs kenne ich doch auch alle bestens. Viele von denen sind in meiner Clique“, betont Dziuk, der schnell mit im Boot saß. Kein Wunder, dass er mittlerweile in zwei Mannschaftskassen einzahlt: in die der Hand- und die der Fußballer.

Und auch wenn er demnächst selbst wieder die Stollenschuhe schnüren sollte, will er weiterhin Muskeln kneten, Tapes anlegen und Schwellungen kühlen. Zur Not auch, wenn er direkt nach dem Kick in die Halle müsste. „Kurz duschen und dann eben rüber. Das ist ja gleich nebenan“, hat Dziuks Liebe für den kleineren Ball schon Feuer und Flamme geschlagen.

Das Feedback, glaubt Dziuk, sei positiv. Obwohl er noch nicht alle Spieler unter seinen Fingern hatte: „Und Trainer Thomas Brügge war auch noch nicht auf der Liege. Kann ja noch kommen. Vielleicht weiß ich danach mehr, wie die meinen Job finden.“

Dziuks Verpflichtung kann sich zudem aus einem anderen Grund bezahlt machen. Er weiß genau, wie das mit dem Aufsteigen geht. Mit der ersten und zweiten Fußballmannschaft gelang Dziuk der Sprung in die Bezirks- beziehungsweise A-Liga. Da könnten sich die Handballer noch ein paar Ratschläge von ihrem Physiotherapeuten einholen, denn ihnen ist Aufstieg zuletzt stets versagt geblieben.